1944-2004   60 Jahre nach der Ardennen Offensive

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Ein Bericht zum 60.Jahrestag der Ardennen-Offensive im Dezember 1944
 
In der ersten Dezember Hälfte des Jahres 1944 wurden in der Eifel 3 Armeen mit etwa 240000 Mann unter dem Mantel der größten Geheimhaltung  zusammen gezogen. An der südlichen Flanke wurde die 5.Fallschirmjäger Division bereitgestellt. Ich gehörte dem 15.Regiment dieser Division an. Kurz vor dem Dunkelwerden des 13.12. wurden wir in Ehrang bei Trier aus dem Transportzug der Reichsbahn ausgeladen. In der Nacht marschierten wir nach Niedersgegen, es waren etwa 40 Km und alles mit unseren Waffen. Ich war im Granatwerferzug und wir hatten es nicht leicht. Am 16.Dezember 1944 begann dann  im Westen unter der Führung von Feldmarschall Rundstedt die letzte deutsche Großoffensive. Um 5.30 Uhr unter dem Schutz eines gewaltigen Feuerschlags von mehreren hundert Geschützen und DO-Werfern setzten wir mit Schlauchbooten über die Our. Am Abend des 19. waren wir bereits an der hart umkämpften Kreuzung beim Cafe Schumann und am 21. waren wir in Bigonville an der luxemburg-belgischen Grenze, südlich von Bastogne. Dort brachten wir dann in einem Garten am Ortsausgang unsere 4 Granatwerfer in Stellung denn von Süden war ein amerikanischer Gegenangriff zu erwarten. Bei den dortigen Kämpfen mit den angreifenden US-Truppen geriet ich am 24.12. so gegen 10 Uhr in amerikanische Kriegsgefangenschaft, froh darüber mit heilen Knochen davon gekommen zu sein. Jahrzehnte später lernte ich durch einen Zufall beim Wandern in Südtirol einen Luxemburger aus dieser Gegend kennen, daraufhin bekam ich für den Dezember 2000 eine Einladung nach Bigonville. Am 21.Dezember 2000,auf den Tag genau 56 Jahre später kam ich zurück nach Bigonville und habe nur Freunde getroffen. So habe ich auch zugesagt zum 60.Jahrestag der Ardennenoffensive wieder nach Bigonville zu kommen.
 
zusammen mit Guy Ries(links) und Alphonse Ketter(rechts)Zeremonie vor der Kirche in PerleIn MartelangeDeutscher Soldatenfriedhof in Lu.SandweilerSand vom Schlachtfeld für das Ehrenmal in SandweilerTreffen mit dem US-Veteran James Burke aus Virginia Vor 60 Jahren sah es nicht so friedlich ausIn der Mitte der US-Veteran Alfred GrossenbacherVersöhnung auf dem amerikanischen Friedhof in Lu.HammGedenktafel in BigonvilleDeutscher Friedhof bei Bastogne,Belgiendeutsch-amerikanisches Veteranentreffen in Luxemburg-Sandweiler
 
Am 17.Dezember fuhr ich mit meiner Frau nach Luxemburg. Auf dem Bahnhof wurden wir von Guy Ries und Alphonse Ketter aus Bigonville  in Empfang genommen. Am Abend nahmen wir im Gemeindezentrum von Bigonville an der Eröffnung einer Ausstellung teil,es wurden Bilder vom zerstörtem Ort gezeigt sowie die Bilder der wieder aufgebauten Häuser. Am nächsten Tag wurde an den Gedenkzeremonien in Martelange, Radelange, Perle, Rombach sowie in Bigonville teilgenommen. Vom Schlachtfeld wurde Sand aufgenommen der am folgenden Tag auf den Friedhöfen in Sandweiler und Luxemburg-Hamm verstreut werden sollte. Auf dem deutschen Friedhof Sandweiler waren auch US-Veteranen die dort einen Kranz ablegten, für mich eine beeindruckende Geste. Nachdem von mir der Sand am Ehrenmal verstreut war, besuchten wir den amerikanischen Friedhof. Dort wurde ich vom Luxemburger Fersehen RTL interviewt, anschliessend ging ich mit einem US-Veteranen durch die Gräberreihen mit einer abschliessenden Versöhnung über den Gräbern. Am Abend des 19.Dezember hatten wir mit unseren Gastgebern ein Essen im Restaurant Schumann an der tragisch berühmten Straßenkreuzung. Es war genau zu der Zeit wo vor 60 Jahren das schwere Nachtgefecht stattfand. Am 20. wurden wir dann wieder zum Bahnhof in Luxemburg Stadt gebracht. Zuvor suchten wir aber noch das Parkhotel auf denn dort wartete James Burke auf uns. James war zu der Zeit als ich in Bigonville in Gefangenschaft kam als US-Gefangener in Bigonville eingesperrt bevor er nach Ostdeutschland gebracht wurde. Diese Fakten machten uns zu Freunden und wir Beide waren glücklich uns endlich persönlich kennengelernt zu haben. So wurde es für uns ein bewegender Abschluß der Gedenkfeiern.